Agschwemmts und Furtgschwemmts

 

 

 

Gasthäuser waren die Quellen der Geschichten. Zum Teil die Ursprünge, zum Teil die

 

Überlieferungen am Stammtisch. Alles ist im Umbruch. Es gibt sie nicht mehr: Die Seerose, das

 

Schiffle, den Anker, den Löwen, den Adler, die Krone und das Rheindelta. Wir brauchen aber ein anstößiges Haus und eine Prostinstitution! Prego Padre Pedro! Machs möglich!!

 

Ein paar überlieferte, gehörte oder gesehene, oder sogar miterlebte oder inszenierte Geschichten:

 

Dass nicht jeder in den Ritualen der kath. Kirche ein Vollprofi ist hat der Göte eines Täuflings

 

eindrücklich gezeigt. Nennen wir ihn Peter. Aus lauter Vorfreude war dieser schon am Vortag auf Taufkurs in diversen Lokalen. So war er dann bei der Taufe doch etwas müde. Während der

 

Feierlichkeit kam dann unser Herr Pfarrer, der Sepp, mit der Fürbitte daher. Peter, ein sehr

 

freundlicher und hilfsbereiter Peter hörte das und verstand Füür bitte, zückte sofort sein Feuerzeug und hielt es dem Pfarrer Sepp brennend vor die Nase. Wenn man halt nicht immer voll bei der Sache ist … dann passieren solche Hoppalas.

 

Wie auch dem Klaus. Klaus war es gewohnt an seinem arbeitsfreien Samstag einen Einkehrschwung im Schiffle zu machen. Dann eilte er nach Hause um zu duschen und sich in die Ausgehuniform zu schmeißen, um dann meistens wieder im Schiffle zu landen. Diesmal aber nicht. Er ging an diesem Abend mit seinem Verein in eine Theateraufführung. Reservierte Plätze in der ersten Reihe. Klaus verfolgte das Stück bis Anfang des dritten Akts und dann übermannte ihn der Schlaf. In diesem Stück trat Mitte des 3. Akts die Haushälterin ins Wohnzimmer und startete den Staubsauger. Klaus schreckte auf und rief: Aber nicht jetzt schon! Das Volk brüllte! In den Gasthäusern der Umgebung war es Sitte, dass die Bedienung mit dem Saugen des Lokals die Sperrstunde einforderte.

 

Oder dann gibt es noch die Damen, welche freiwillig von ihren Fehltritten erzählen. Halt seit die

 

Beichte nicht mehr in ist, muss man sich ja jemandem anvertrauen können und wenn‘s grad die

 

Redakteure vom Agschwemmta sind.

 

Eine Lebensgefährtin und ihr Thomas bauen ein Haus. Ab und zu braucht man da schweres Gerät. Thomas gibt seiner Holden den Auftrag, anderntags beim Baugeschäft einen HIAB (also ein am LKW montiertes Hebegerät) zu bestellen. Mit großer Freude ruft sie bei der Baufirma an und bestellt einen HABICHT auf die Baustelle. „Hab ich nicht! (Man beachte die Ähnlichkeit mit „Habicht“). Was ist das denn?“ Nach einigen Erklärungsversuchen vermutet der Chef der Baufirma dann doch seinen HIAB und erhält von der erleichterten Blondine den Zuschlag. Zum Glück brauchten sie keinen MANITOU (ein selbstfahrendes Hebegerät), sonst wäre plötzlich der WINNETOU auf der Baustelle gestanden.

 

Oder wie die blonde Manuela, die blöderweise mit Mamas Auto einen Unfall hatte. Es ist ihr nämlich einer hinten drauf gedonnert. Die Polizei wurde gerufen und eilte herbei. Die Spuren wurden gesichert und der Unfallort fotografiert wobei der Polizist meinte: „Grad schon ziemlich dunkel zum Fotografieren.“ Manuela fragte ihn im vollsten Ernst, ob sie sich unter eine Straßenlampe stellen solle, um mehr Licht ins Bild zu bringen. Das entriss dem Polizisten natürlich einen Lacher, denn er war nicht für Modelaufnahmen gekommen. Dann wurden noch die Daten der Unfallbeteiligten aufgenommen. In diesem Zug wurde unsere Blondine gefragt, wo sie versichert sei. Wie aus der Pistole geschossen: „Bei der Gebietskrankenkassa“ und sie zückte schon die E-Card. Polizeiarbeit darf auch ab und zu Spaß machen.

 

Es gibt auch brüderliche Stories, wie diese: Fredi, Chefchauffeur bei einem renommierten Bestattungsunternehmen im Vorarlberger Unterland, fährt nach einem strengen Arbeitstag genervt nach Hause. Als ob Tote noch nerven könnten! Schon fast zu Hause übersieht er auf der dunklen Straße eine Katze und überrollt diese. Fredi, sensibel wie Totengräber einmal sind, steigt aus und legt das Unfallopfer hinten in sein Krematoriumsfahrzeug. Zu seinem Entsetzen muss er feststellen, dass es die Katze seines lieben Bruders Martin war. Schweren

 

Herzens steuert er Martins Behausung an und überbringt die traurige Botschaft. Einige Seelentröster von Mohren, nämlich die mit der Bezeichnung „Spezial“ helfen dann schon über solchen Schmerz hinweg. Nach etlichem Wehklagen, dann das Wunder: Martins Katze stolziert mit erhobenem Schwanz zur Türe herein. Da kommt Freude auf und noch ein paar Spezial oben drauf. KleineVerwechslung, wie in unserem nächsten Bruderfall.

 

Armin der kleine Bruder von Helmut sieht bei seinem Bruder ein geiles Gerät: Ein Stoffhuhn das steht und auf Knopfdruck gackert, schreit und tanzt. Mit jedem Whisky fasziniert ihn das Gerät mehr und nach etlichen solchen, bestellt er 10 Hühner als Weihnachtsgeschenke für seine Mitarbeiter. Mit größtem Aufwand organisiert Helmut die 10 bestellten Hühner und teilt Armin dann endlich, nach 14 Tagen mit, die bestellten 10 Hühner wären zum Abholen bereit. Armin, nicht mehr so ganz im Klaren, was es mit den Hühnern auf sich hat und ruft seine holde Gattin an, sie soll bitte in der eh schon übervollen Kühltruhe (Heh, es war vor den Weihnachtsfeiertagen) Platz machen, der Bruder habe noch 10 Hühner, welche gekühlt werden müssten. Bei der Abholung kam große Erleichterung auf, als klar wurde, dass diese Tiere keine Kühlung brauchen. Das war natürlich wieder ein paar Whiskys wert.

 

Es gab auch tierische Sachen zum Lachen: Walter, ein besserer Herr der Fußacher Gesellschaft und honoriges Mitglied des Kirchenchors von St Nikolaus, angelt nicht im ordinären Bodensee. Nein er muss zum Lünersee, weil die Hochgebirgsforellen einfach viel mehr munden (?) als die Standard Fischchen vom See. Nach dem Fang des Sonntagsmenüs, das waren 4 Forellen und 6 Stunden, rast Walter mit den toten Tieren so schnell als möglich Richtung Heimat zur Kühlung der Objekte. Ob des anstrengenden Fangs ermüdet, schläft er doch während der Fahrt ein und touchiert die Leitplanke. Es wurde etwas später mit der Kühlung. Trotzdem wurden die Fische mit größter Andacht am Sonntag serviert und gegessen. War doch ein Exemplar aufgerechnet mit der Fischerkarte, den Fahrtkosten und dem Schaden 8463,- Schillinge wert.

 

Ein sehr kurioser Fall ereignete sich im Herrenfeld. Der redselige, lachsalvige und teils nervensägige Briefträger Ulrich wurde in Ausübung seines Dienstes bei der Zustellung einer Stromrechnung vom Hund von Georg ins linke Bein gebissen. Nach der Erstversorgung durch unseren Gemeindeotto (der damalige Arzt) ging Ulrich der Genesung entgegen. Warum der Hund gebissen hat, ist bis heute nicht geklärt. Wahrscheinlich war die Stromrechnung zu hoch. Aber dass der arme Hund 10 Tage nach dem Biss elend verreckt ist, war schon etwas seltsam. Hätte ihn der Otto auch behandelt, wäre er wahrscheinlich heute noch am Leben. So eine Briefträgervergiftung ist nicht zum Scherzen!

 

Denk dran – www.agschwemmts.eu – es lohnt sich